Lebensraum und Platz 
für Entwicklung

Rund um den Globus werden gerade für die Städte neue Wege des Zusammenlebens erforscht und erprobt. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen dabei das innerstädtische Klima, die Mobilität, die verschiedenen Formen des Wohnens und die Entwicklung der Infrastruktur in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sicherheit oder Freizeit. Dabei bleibt das Wohnen neben der Arbeit die wichtigste Facette des Lebens in der Stadt.

Aus diesem Grund ist für Städte wie Magdeburg eine der wichtigsten Herausforderungen, Lösungen zu finden, damit das Zusammenleben für alle Bürger möglichst attraktiv gestaltet wird.

Möglichst gut bezahlte Arbeitsplätze allein reichen dafür nicht aus. Magdeburg muss sich bewegen – auch was die Chancen der Digitalisierung für Wirtschaft und Arbeitsmarkt betrifft. Magdeburg muss den Herausforderungen des demografischen Wandels begegnen. Magdeburg sollte dabei auf die Erfahrungen anderer Städte zurückgreifen, z.B. die des Wettbewerbs „Digitale Stadt“, sie systematisch analysieren und die eigenen städtischen Strukturen den aktuellen Anforderungen entsprechend anpassen.

Raum für Begegnung, Bewegung und Gestaltung

Magdeburg ist wieder eine wachsende Stadt. Magdeburg beginnt sich zu einer „Schwarmstadt“ zu entwickeln, denn Ausbildung und Studium ziehen junge Menschen aus ganz Deutschland und aus vielen Ländern der Welt an. Diese Entwicklung wollen wir weiter stärken. Wir müssen junge Menschen dafür gewinnen, nicht nur ihre Studien- und Ausbildungszeit in Magdeburg zu verbringen, sondern langfristig in unserer Stadt zu bleiben oder nach Magdeburg zu ziehen und hier über einen längeren Lebensabschnitt ihre Heimat zu finden.

Menschen mögen eine Stadt, wenn sie dort ganz selbstverständlich anderen Menschen begegnen, nicht nur gleichaltrigen. Eine Stadt als Raum für Begegnung und Bewegung, mit modernem städtischen Flair, mit einer vielfältigen Bildungslandschaft, mit guten Ausbildungsplätzen und Hochschulen, sorgt für Bindung an die alte und neue Heimat Magdeburg.
Darüber hinaus muss die Stadt aber auch ein Umfeld bieten, in dem sich junge Menschen entfalten können. Wichtig ist vor allem die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und zu verwirklichen.

Deshalb wird sich die FDP im neuen Stadtrat für folgende Forderungen einsetzen:

  • Wir wollen, dass sich die Stadtplanung am Leitbild eines nachhaltigen, dauerhaften und schönen Bauens orientiert.
    Magdeburg soll umfassend urban sein, architektonisch wohl gestaltete öffentliche Plätze und Räume aufweisen, von einer quartiersangemessenen Dichte und Funktionsmischung geprägt sein, durch Fußläufigkeit eine hohe Lebensqualität gewährleisten, für breite soziale Schichten unterschiedlicher Herkunft offen stehen, von einer engagierten Bürgerschaft gefördert werden, von einer vielfältigen und ortsbezogenen Wirtschaft getragen werden, sich durch ein reichhaltiges Kulturleben auszeichnen und in einer kontrastreichen Beziehung zur umgebenden Landschaft stehen.[1]
  • Wir wollen die Parks und Grünflächen der Stadt pflegen und aufwerten.
    Sie bieten jungen Menschen nicht nur die Möglichkeit sich zu treffen, sie sind auch für Sport-, Kultur- und Freizeitbeschäftigungen ideal geeignet. Damit tragen sie entscheidend zur Lebensqualität bei.
  • Wir wollen, dass unsere Stadt jedes Jahr ein bisschen besser wird – und wir wollen dies sichtbar machen.
    So könnte Magdeburg im Eingangsbereich des Rathauses aktuelle Planungen und das Realisierte zeigen, auch als Ausgangs- und Schlusspunkt für Stadtführungen und Besuchsprogramme.
  • Wir wollen, dass sich alle Einwohner noch mehr als bisher mit ihrer Stadt identifizieren. Die Magdeburger könnten eingeladen werden, die öffentliche Kommunikation der Landeshauptstadt – z.B. in den sozialen Netzwerken – mit ihren Bildern und Texten zu bereichern.

Wir wollen Magdeburg aber auch mit zahlreichen kleineren Maßnahmen attraktiv machen für junge Menschen, etwa indem

  • Wir ein Jugendparlament mit Antragsrecht im Stadtrat wollen.

So können junge Menschen zum Impulsgeber für ihre eigenen Belange werden und Themen für die Stadtentwicklung setzen.

  • Und uns für die Förderung und den Ausbau des Angebotes der Kinder- und Jugendzentren einsetzen.
    Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft, weswegen wir darauf achten wollen, dass Fördergelder mit möglichst geringem Aufwand abgerufen werden können. Die Förderung langfristig angelegter Programme sollte Vorrang vor der Förderung von kurzzeitigen Projekten haben.

 

[1] Nach: Deutsches Institut für Stadtbaukunst, 10 Grundsätze zur Stadtbaukunst heute.

Familien sind Zukunft

Was brauchen Eltern und Kinder für einen gelungenen Alltag? Was erwarten sie von ihrer Heimat? Auf den ersten Blick ist das ganz einfach:  gute, bezahlbare und verfügbare Kitas, modern ausgestattete Schulen, in denen die Kinder gut lernen, eine sichere Umgebung und ausreichend Grünflächen, Chancen und Perspektiven für den Nachwuchs in Hochschulen und Ausbildungsstätten, gute Ärzte und im Bedarfsfall freie Krankenhausbetten und –  nicht zuletzt – schnelles Internet.

Städte und Kommunen müssen ein familienfreundliches Umfeld bieten, denn Familien sind die Zukunft der Stadt. Nur ein solches Umfeld sorgt dafür, dass Menschen in Magdeburg bleiben oder sich hier neu niederlassen. Unsere öffentliche Infrastruktur ist grundsätzlich geeignet für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wohnraum ist erschwinglich und der Arbeitsmarkt bietet zunehmend Chancen. Diese Bedingungen sollte die Stadt nutzen, um Heimat für mehr Menschen zu werden, die in unserer Stadt ihre Zukunft sehen.

Dazu setzt sich die FDP für folgende Forderungen ein:

  • Wir wollen die Interessen von Familien bei der Planung des Wohnumfeldes besonders berücksichtigen.
    Kinder sind besonders auf ihre nähere Wohnumgebung angewiesen. Die Pflege, Sanierung und der Bau von Spielplätzen ist dabei ein wesentliches Element, genauso wichtig sind Freiräume, die sorgsam geplant werden müssen. Besonderen Wert hat das Engagement von Spielplatzpaten, um die wir kontinuierlich werden wollen.
  • Wir wollen Stadtquartiere, Infrastrukturen und Wohngebäude so entwickeln, dass sie den unterschiedlichen Lebensphasen entsprechen.
  • Wir wollen die Stärkung der Stadtteilzentren erreichen.
    Die Menschen identifizieren sich mit ihrem Stadtteil. Hier leben sie. Hier sind sie verwurzelt und engagieren sich.
  • Wir wollen die Arbeit der GWA transparenter und einladender gestalten.
    Ein Treffpunkt zur Mittagszeit ist für Berufstätige und Familienmitglieder wenig einladend. Die Arbeit der GWA kann stärker in der Kommunikation der Landeshauptstadt Magdeburg Berücksichtigung finden.
  • Wir wollen eine familienfreundliche und generationengerechte Politik durch den sorgsamen Umgang mit den verfügbaren Haushaltsmitteln.

Dieser Grundsatz sichert den kommenden Generationen politische Handlungsspielräume.

Alter ist relativ

Die Generation 60+ ist meist mobil, viele treiben Sport, reisen und nehmen am kulturellen Leben der Stadt teil. Die meisten Menschen wollen solange wie möglich selbstbestimmt im vertrauten Wohnumfeld bleiben. Die Wohnquartiere der Stadt müssen deshalb auf den sich wandelnden Bedarf ausgerichtet sein. Die FDP fordert deshalb:

  • Wir wollen sozial und altersbezogen gemischte Stadtteile.
    Das beinhaltet ein ausreichendes Angebot an preiswerten altersgerechten Wohnungen, dazu integrierte Einzel- oder Gemeinschaftsverpflegungsangebote sowie Sport- und Freizeitmög-lichkeiten für Menschen, die Gemeinschaft suchen.
  • Wir wollen mehr ambulante Wohn-Pflegegemeinschaften.
  • Wir setzen uns für den Aufbau einer Wohnagentur ein.
  • Wir wollen die Neustrukturierung des Beratungsangebotes in Magdeburg rund um das Thema Alter.

Darüber hinaus regen wir an:

  • In der Pflege, aber auch beim Thema Gesundheitsförderung sollte der Dialog und die gegenseitige Unterstützung von Angehörigen, Ehrenamtlichen und Professionellen verstärkt werden – auch einrichtungs-, träger- und berufsrollenübergreifend.

Magdeburg ist bunt

Eine hohe Lebensqualität muss für alle Gruppen in der Gesellschaft möglich sein. Die Kommunen haben hierbei die Aufgabe, bestehende Hürden abzubauen und wechselseitige Vorbehalte und Ressentiments zu entkräften. Mit einer Politik, die die offene Gesellschaft fördert, ist die Teilhabe aller Menschen möglich, extremistischen Bestrebungen und Ausgrenzung wird so ein Riegel vorgeschoben.

Die FDP setzt sich deshalb dafür ein:

  • Wir wollen Berührungsängste abbauen und Integration fördern.
    Die Unterstützung von Projekten und Initiativen, die für Weltoffenheit, Vielfalt der Lebensstile und Toleranz eintreten, ist ebenso wichtig wie die Teilnahme von Kita- und Schulträgern an Programmen, die eine weltoffene und tolerante Haltung der Kinder und Jugendlichen fördert.
  • Wir setzen uns für die Integration von Flüchtlingen und Migranten im Alltagsleben ein.
    Wo immer es möglich ist, in der Zivilgesellschaft oder bei der Arbeit: Integration schafft Heimat, sorgt dafür, dass Menschen, die zu uns gekommen sind, sich heimisch fühlen können. Ohne Zuwanderung und Integration droht Deutschland ein massiver Wohlstandsverlust.
  • Wir wollen eine unbürokratische und schnelle Hilfe für Familien und Alleinerziehende in Not durch öffentliche Einrichtungen.
    Hierbei ist darauf zu achten, dass die entsprechenden Angebote effektiv vermittelt werden.
  • Wir wollen eine gleichmäßige Verteilung der Kinder mit Migrationshintergrund in den Schulen erreichen.
    Wer besonders viele Kinder mit Migrationshintergrund einzelnen Schulen zuweist, überfordert die beteiligten Bildungsakteure. Das wirkt sich nachteilig auf den Integrationserfolg aus. Deshalb ist zumindest für einige Jahre eine Aufhebung der Schuleinzugsgebiete und eine Verteilung der Kinder über das Stadtgebiet im Interesse aller.
  • Wir wollen ältere Menschen mit Migrationshintergrund zu ihren Erwartungen an ihr Leben und die ggf. erforderliche Pflege im Alter befragen und daraus Handlungsoptionen ableiten.
    Das wäre ein Schritt in dem Bemühen um mehr Kontakt und Wissen voneinander. Die so wichtige Einbindung der alt werdenden eingewanderten Menschen geschieht primär über persönliche Kontakte und Vermittler. Ein dazu benötigtes Netzwerk und Brücken bauende Aktionen gilt es gezielt aufzubauen, wozu die Kommune Impulse geben kann.

Menschen mit Behinderungen muss die Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglicht werden. Sie ist Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Dies umfasst neben der selbstverständlichen Zugänglichkeit öffentlicher Einrichtungen auch die zu Sport- und Freizeitmöglichkeiten.
Inklusion darf nicht nur als Ziel gesetzt sein, sondern muss auch u.a. mit finanziellen Mitteln (des Landes) unterstützt werden.